Historie

Der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) ist eine Berufsorganisation für deutschsprachige Autoren (Schriftsteller, Texter, Kritiker, Librettisten sowie sonstige publizierende Kulturschaffende) und Autorenerben gleich welcher Staatsangehörigkeit. Der FDA ist nicht gebunden an Weltanschauungs-, Wirtschafts-, Gewerkschafts- und Finanzgruppen, Parteien oder Regierungen.

Die Ursprünge

Die Ursprünge reichen weit zurück. 1909 gründet sich der Schutzverband deutscher Schriftsteller. (SDS). Seine Aufgabe war es, Rechtsschutz gegen staatliche Eingriffe in das literarische Arbeiten zu geben. Nach der Machtübernahme der NSDAP am 31. Juli 1933 wurde der SDS in den Reichsverband deutscher Schriftsteller überführt.

Der FDA setzt die Tradition des "Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller" der Zwanziger Jahre fort und hat daher das Recht, dessen Namen in seinem Untertitel zu fortzuführen. Er steht in der Tradition der "Deutschen Akademie der Künste und Wissenschaften im Exil", in der die großen Namen des deutschen Geisteslebens der Emigration sich unter dem Präsidenten Thomas Mann für die literarische und Sigmund Freud für die wissenschaftliche Klasse zusammenschlossen. Ins Leben gerufen wurde diese Akademie 1936 in New York in New York von Hubertus Prinz zu Löwenstein, der 1973 bei der Gründung zum ersten Präsidenten des FDA gewählt und bis zu seinem Tode 1984 wiedergewählt wurde. Langjährige Vorsitzende des Autorenrates waren Golo Mann und Erwin Wickert. Da der FDA die Tradition des "Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller" aus der Weimarer Zeit fortsetzt hat er das Recht, dessen Namen im Untertitel zu führen.

Der Freie Deutsche Autorenverband ist Mitglied in den deutschen Dachorganisationen für Kultur. (Deutscher Kulturrat e.V. und Deutsche Literaturkonferenz). Dadurch hat er auf allen Ebenen der Politik ein Mitspracherecht und wichtige Einwirkungsmöglichkeiten, wenn es um die Weichenstellung in kulturellen Angelegenheiten geht. Nicht zuletzt von Bedeutung für die Mitglieder des FDA ist seine Mitwirkung im Deutschen Literaturfond und in der Künstlersozialkasse.

Wurzeln des Neuanfangs

Die Tradition des FDA in seiner heutigen Form geht zurück auf ein bisher eher unbekanntes Kapitel der Exilgeschichte deutschsprachiger Schriftsteller, Wissenschaftler, Publizisten und Künstler. Zu den Gründungs- und Ehrenmitgliedern des FDA gehörten Exilierte und Verfolgte des Dritten Reiches wie Martin Beheim-Schwarzbach, Margarete Buber-Neumann, Cornelia Gerstenmeier, Hans Habe, Gerhard Löwenthal, Hans Sahl, Wolfgang Stresemann, Volkmar Zühlsdorff.

Weitere Gründungsmitglieder waren u.a. Herman Claudius, Reinhard Hauschild, Wolfgang Frommel, Joachim Illies, Moritz Jahn, A. E. Johann, Pasqual Jordan, Rudulf Krämer-Badoni, Alexander Lernet-Holenia, Hans Lipinsky-Gottersdorf, Christa Mewes, Edzard Schaper, Ritter von Schramm, Egon Schwarz

1935 gründete Hubertus Prinz zu Löwenstein in New York eine Deutsche Akademie der Künste und Wissenschaften im Exil, ein Jahr später erwuchs daraus zu ihrer Unterstützung die „American Guild für German Cultural Freedom“. Thomas Mann und Siegmund Freud waren Präsidenten dieser Akademie, was ihre Bedeutung in der Zeit dokumentiert.

Es existiert ein bedeutendes Archiv über die Akademie, sowie über Lebens- und Arbeitsbedingungen deutscher Künstler im Exil. Sie waren nicht nur auf die USA beschränkt, sondern bezog sich auf all die Orte, wohin sich die Verfolgten Künstler, Autoren etc. retten konnten, in denen ihr Leben nicht mehr in unmittelbarer Gefahr war. Das Archiv befindet sich heute im Besitz der Deutschen Bibliothek. (Siehe hier: Deutsche Akademie im Exil / American Guild for German Cultural Freedom.)

1946 kehrten die Autoren und andere verfolgte Künstler aus dem teilweise 13-jährigen Exil nach Deutschland zurück. Sie fanden es zerstört vor, gründeten jedoch unter Führung von Hubertus Prinz zu Löwenstein und Volkmar Zühlsdorff mit Mut und Enthusiasmus den Freien Deutschen Autorenverband als Schutzverband deutschsprachiger Schriftsteller. Sie beschlossen frei im eigentlichen Sinn zu sein, schlossen sich weder einer Partei noch einer Gewerkschaft an, sondern formulierten folgende Grundsätze: Keine Gewalt, keine Extreme, weder nach links noch nach rechts. Eine Besonderheit war, dass sie nicht an der Wiedervereinigung Deutschlands zweifelten, sondern sich grenzüberschreitend mit den DDR-Autoren solidarisiert und ausgebürgerte Künstler ohne Zögern aufnahmen. Langjährige Vorsitzende des Autorenrates waren Golo Mann und Erwin Wickert.

1973 kam es dann zur Spaltung des FDA, wobei ein Teil der Mitglieder sich der Industriegewerkschaft Druck und Papier (Verdi) anschlossen und heute Mitglied im VS sind. Der FDA gründete sich am 25.2.1973 neu, existiert bis heute und führt seine Aufgaben in derzeit neun aktiven Landesverbänden fort.