FDA Literaturpreis

Ursprünglich wurde der FDA als „Schutzverband deutscher Schriftsteller“ 1909 gegründet, um Zensur, Willkür und politischer Bedrängnis entgegenzutreten. Heute steht er immer noch für das Freie Wort, Gewerkschaftsunabhängigkeit und die positive und existenzielle Rolle des Schriftstellers in der Gesellschaft und ihren inneren Auseinandersetzungen. Der FDA zeichnet Schriftsteller oder Publizisten aus, die sich in ihrem Werk herausragend für Toleranz, kulturelle Vielfalt und einen offenen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen unserer Zeit einsetzen. Insbesondere solche, die gegen Extremismus oder Intoleranz gegenüber Religion, Rasse, Herkunft oder Geschlecht Stellung beziehen. Toleranz beginnt überhaupt erst dort, wo unser Gegenüber eben nicht so ist wie wir selbst. Nur Respekt schützt vor den übereilten Forderungen nach absoluter Assimilation oder radikaler Exklusion. Kulturelle Vielfalt wird durch diese Prämissen unmöglich. Humanität erst erfüllt diese Vielfalt auf lebendige und fruchtbare Weise. Toleranz steht daher am Beginn aller Menschlichkeit und darf weder mit Gleichgültigkeit noch mit „Nulltoleranz“ gegenüber dem Andersdenkenden beantwortet werden. Toleranz, Respekt und Humanität sind deshalb nicht voneinander zu trennen. Dafür steht der FDA Literaturpreis und deshalb sind diese drei Worte auch in die Skulptur eingraviert, die dem Gewinner überreicht werden wird: Toleranz, Respekt und Humanität.

Der Freie Deutsche Autorenverband würdigt mit diesem Preis das Werk und Wirken von Schriftstellern und Publizisten, die sich für Toleranz, kulturelle Vielfalt und einen offenen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen unserer Zeit einsetzen. In seiner Präambel vom 22. Oktober 2004 stellt der FDA die geistige Einheit Europas in der kulturellen Vielfalt der Regionen in den Mittelpunkt seines Bestrebens und wendet sich gegen jede Art von Extremismus von rechts oder links sowie der Intoleranz gegenüber Religion, Rasse, Herkunft oder Geschlecht. Der „Literaturpreis des FDA“ drückt diesen Gedanken aus.

Ziel des Preises soll sein, die Überzeugungen und Richtlinien des FDA in der Person eines würdigen Preisträgers zum Ausdruck zu bringen.

Verdienste, die eine Auszeichnung rechtfertigen:

  • Verdienste für die Erhaltung der Vielfältigkeit der Sprache
  • Verdienste für die Verbreitung der deutschen Sprache
  • Verdienste für die Erhaltung der kulturellen Vielfalt im europäischen Vereinigungsprozess
  • Verdienste für den Einsatz eines toleranten Menschenbilds
  • Verdienste für die Bedeutung der Literatur innerhalb der Gesellschaften
  • Verdienste innerhalb des literarischen / publizistischen Werks des Autors im Sinne der Werte des FDA


Vergabeort: Buchmesse Leipzig
Vergabe-Zyklus:  jährlich
Preissumme: ab März 2016 - 5.000,00 EUR

Vergebendes Organ: Freier Deutscher Autorenverband. Der Preis wird ab 2016 finanziell unterstützt von Amazon Kindle*
(*Amazon, Kindle, Kindle Fire und das Amazon Kindle Logo sind Marken oder eingetragene Marken von Amazon.com, Inc. oder seinen verbundenen Unternehmen.)


FDA Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität 2017

Samstag, 25.03.2017 anl. der Leipziger Buchmesse
Ort:  Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600
Uhrzeit: 16:30 – 17:00 Uhr

Arno Geiger erhält den FDA Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität 2017


Der Freie Deutsche Autorenverband (FDA) vergibt seinen mit 5000 Euro dotierten Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität in diesem Jahr an den Österreicher Arno Geiger.
Arno Geiger erhält ihn für sein Werk und im Besonderen für seinen Roman "Der alte König in seinem Exil". Der Autor erzählt in diesem äußerst berührenden Buch von seinem Vater, der trotz einer Alzheimer-Erkrankung, die ihn seine Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder vergessen ließen, mit seiner Vitalität und Klugheit beeindruckt. Das Buch berührt auch durch die Darstellung, in der das ganze Spektrum eines an Alzheimer leidenden Menschen gezeigt wird. Geiger erweist dem Thema, dem Menschen und dem Vater den Respekt, den dieser verdient.
Wir alle reden von Toleranz und Humanität, hier zeigt ein Autor eine uns nahe, praktische Umgangsweise mit Alzheimer, die unsere FDA Landesverbände bewogen hat, den diesjährigen Preis an ihn zu vergeben. Im Nachgang zum vorherigen Preisträger, Reiner Engelmann, der mit seinem Buch "Der Fotograf von Auschwitz" dunkle Zeiten der Deutschen Vergangenheit aus dem Vergessen herausreißt, stellt uns Geiger ein drängendes Phänomen unserer alternden Gesellschaft mit einer ihrer schlimmsten Erkrankungen vor Augen. Er tut das, indem er den Menschen zur Hauptsache macht, nicht sein krankheitsbedingtes Vergessen.


FDA Literaturpreis 2016 an Reiner Engelmann

Leipziger Buchmesse: Reiner Engelmann gewinnt für sein Buch „Der Fotograf von Auschwitz - Das Leben des Wilhelm Brasse“ sowie sein Wirken Wider das Vergessen den Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) im Wert von 5000 Euro.

  • Gewinnerbuch: „Der Fotograf von Auschwitz – Das Leben des Wilhelm Brasse“.
  • Das Buch/Jugendbuch ist ein Bollwerk im Kampf Wider das Vergessen.
  • Der Autor erhält den Preis des FDA i.H.v. 5000 Euro sowie die Skulptur „Reflexionen“ des bekannten bayrischen Künstlers W. R. Hell
  • Die Jury des FDA bestehend aus den 11 Landesvorsitzenden wählte den Gewinner.

Das Gewinnerbuch: „Der Fotograf von Auschwitz Das Leben des Wilhelm Brasse.“ cbj ISBN 978-3570159194

Als Wilhelm Brasse (1917-2012) mit 22 Jahren in das Stammlager Auschwitz eingeliefert wird, ahnt er nicht, dass er als gelernter Fotograf zum Dokumentaristen des Grauens wird. Seine Aufgabe ist es, die KZ-Insassen zu fotografieren. Menschen, die kurze Zeit später in den Gaskammern umgebracht werden. Menschen, die von Josef Mengele zu »medizinischen Forschungsarbeiten« missbraucht werden und denen die Todesangst ins Gesicht geschrieben steht. Hätte er die Arbeit verweigert, wäre das sein eigenes Todesurteil gewesen. Als Brasse 1945 alle Fotos verbrennen soll, widersetzt er sich, um Zeugnis zu geben von dem unfassbaren Grauen. Reiner Engelmann hat Wilhelm Brasse noch kennengelernt und schreibt dessen Leben für Jugendliche auf. Ein erschütterndes Dokument – wider das Vergessen.

Der Präsident des FDA, Dr. Uwe Kullnick, erläutert die Entscheidung der Jury folgendermaßen:

Wenn jemand in seinen Büchern, Schriften und Taten ausdauernd, konsequent, mit Liebe, Engagement, und Empathie die Schwachen, Verletzbaren, Unterdrückten, Benachteiligten und Verlorenen der Gegenwart und der Vergangenheit vertritt, ihnen ein Gesicht, eine Stimme und damit Präsenz gibt, dann hat er sich einen Platz in unserer Gesellschaft verdient, der nicht oft genug besetzt werden kann. Reiner Engelmann verleit Sprachlosen seine Stimme ohne die Ihre zu überdecken, ob es sich um ihre Menschenrechte ringende Menschen, ohnmächtige Kinder, benachteiligte Frauen oder um geschundene, getötete und verhöhnte Menschen in Konzentrationslagern handelt. Er lässt sie durch sich sprechen, lässt sie eine Sprache finden, die berührt, angeht und eindringt in unser Denken und Fühlen. Gerade weil es uns solcher Menschen und Bücher ermangelt, sich diese Bücher in unserer Kulturlandschaft nicht häufen, ist es ein guter Grund den Autor der es tut mit dem FDA Literaturpreis auszuzeichnen. Seine Bücher „Der Fotograf von Auschwitz“, „Wir haben das KZ überlebt“, „Gewalt von rechts“ oder „Dass wir heute frei sind ... – Ein Menschenrechte-Lesebuch“ und viele andere entsprechen dem Geist der FDA Präambel in hervorragender Weise. Mit Reiner Engelmann will der Verband nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch sein Wirken für Verständigung, in der Gesellschaft würdigen. Reiner Engelmann setzt sich herausragend für Toleranz, kulturelle Vielfalt und einen offenen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen unserer Zeit ein.

Seit Jahren bezieht er in seinen Büchern gegen Extremismus oder Intoleranz gegenüber Religion, Rasse, Herkunft oder Geschlecht Stellung und vertritt dadurch auch die kulturelle Vielfalt, die wir mit dem „Literaturpreis des FDA“ auszeichnen möchten.    


Der Literaturpreis 2014 des Freien Deutschen Autorenverbands geht an den Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer

Der FDA vergibt alle zwei Jahre den Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbands. Mit diesem Preis ehrt der Verband nicht nur das literarische Werk von Autorinnen und Autoren, sondern würdigt auch deren Einfluss in der Gesellschaft, ihren Einsatz für Toleranz, Respekt und Humanität sowie für den offenen Dialog zwischen den unterschiedlichen Strömungen unserer Zeit.

Erstmals wurde der Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbands mit 4.000 EUR dotiert.

Der Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbands wurde 2014 zum vierten Mal vergeben. Mit der Wahl der bisherigen Preisträger Gábor Görgey, 2008, SAID, 2010, und Ingo Schulze, 2012, ließ der FDA von Beginn an erkennen, dass er mit diesem Preis die deutliche und in seiner Präambel festgelegte Ausrichtung zu humanen, offenen und den Dialog suchenden Werten vertritt.

2014 wurde der Preis an den Schweizer Autor Alain Claude Sulzer vergeben. Ausschlaggebend für die Preisverleihung ist die virtuose Figurenzeichnung Sulzers. Die Figuren scheinen vordergründig mit sich und ihrem Leben beschäftigt, während sie tatsächlich an Schnittstellen der Gesellschaft leben. Exemplarisch wird hier der erfolgreiche Roman „Ein perfekter Kellner“ genannt, der das Leben eines alternden, homosexuellen Kellners erzählt, in einer Zeit, als Homosexualität zwischen Verbot und Sehnsucht nach Lebensgefühl existierte. In gekonnter Feinabstimmung werden in Sulzers Büchern die Protagonisten von den Zeitläuften durchdrungen. Gerade dadurch werden sie zu stillen Widerständlern, die sich ihre eigene Ausrichtung des Lebens nicht von der gesamten gesellschaftlichen Strömung verbieten lassen.

Dies gilt auch für seinen aktuellen Roman "Aus den Fugen", der beim Festakt zur Preisverleihung am Freitag, 14. 03. 2014, 20 Uhr, im wundervollen Musiksalon das Mendelssohn-Bartholdy-Hauses, Goldschmidtstraße 12, 04103 Leipzig vorgestellt wurde. Musikalische Begleitung: Eva Sperl, Klavier.

Die offizielle Preisverleihung erfolgte am Samstag, 15. 03. 2013, 14.30 Uhr, Halle 5, Stand F600  auf dem Gelände der Buchmesse. Laudatio: Andreas Öhler, Journalist.

Wir beantworten gern Ihre Fragen zur Preisverleihung und freuen uns, wenn Sie diese in Ihre Berichterstattung zur Buchmesse Leipzig 2014 aufnehmen.